Andrea Schürmann

Vergoldermeisterin

Gartenstr.24a - 85521 Ottobrunn - Tel.: 089-608 532 83

               
zurück Die Polimentvergoldung  

In der traditionellen Polimentvergoldung, wie sie auch in der Kirchen- und Schlösservergoldung Anwendung findet, arbeitet der Vergolder mit tierischen Leimen, die mit Wasser gelöst, erwärmt und mit verschiedenen Kreidearten oder Tonerden vermischt werden. Damit wird in mehreren Schichten der Untergrund für die Vergoldung mit hauchdünnen Blattmetallen geschaffen.
Auf das rohe, gut abgelagerte Holz wird als Erstes die sogenannte Leimlösche aufgebracht. Danach folgen sechs bis acht Aufträge mit Kreidegrundierung, je nach dem, ob eine strukturierte, gravierte oder glatte Oberfläche erwünscht ist. Auf diese wird nach einem Schliff das farbige Poliment drei- bis viermal aufgetragen. Das Poliment wird aus natürlicher Tonerde hergestellt und besitzt durch seinen natürlichen Fettgehalt die notwendige Weichheit, damit das Blattgold zu Hochglanz auspoliert weren kann.
Alle Aufträge müssen erst durchtrocknen, bevor der nächste erfolgen kann. Wenn auch das Poliment trocken ist, kann mit der eigentlichen Blattvergoldung begonnen werden. Dazu stellt man aus Wasser und Spiritus eine Lösche her, die auf den Untergrund gestrichen wird, unmittelbar bevor man mit einem ganz feinen Dachshaarpinsel das zurechtgeschnittene Blattgold, -Weissgold oder -Silber auflegt. Nach einer Trockenzeit von einigen Stunden kann mit dem Polieren des Goldes begonnen werden. Hierzu benutzt der Vergolder einen in bestimmte Formen geschliffenen Achat(-halbedel)stein und reibt sehr vorsichtig und mit gleichmäßigem Druck über die gesamte Goldfläche.
Soll das Gold anschließend etwas antiquisiert werden, kann mit Hilfe von Bimsmehl oder Stahlwolle der farbige Polimentuntergrund wieder etwas hervorgeholt werden. Silber und Weißgold müssen mit Lack versiegelt werden.